Wann immer im Kreishaus eine Einbürgerungszeremonie für Bürger mit Migrationshintergrund abläuft, dann ist für Pinneberg meist Ulrike Bues mit von der Partie. Sie überreicht Urkunden und heißt die Menschen willkommen. Und sie freut sich an Geschichten wie beispielsweise der von Lidia Osipova, die aus Russland stammt, als Au Pair-Mädchen nach Norddeutschland kam und jetzt als Leiterin für Qualitätssicherung in einer Firma für Medizinprodukte arbeitet. Oder über Sukhpreet Singh aus Jalandhar in Indien, der nach einem Besuch beim hier lebenden Vater so begeistert war, dass er unbedingt auch in der Stadt an der Pinnau leben wollte. “Ich liebe Pinneberg und Deutschland und fühle mich hier so wohl”, stellt der gläubige Singh fest. Sukhpreet Singh hat schnell die deutsche Sprache gelernt und den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss geschafft. Nun ist der technikbegeisterte junge Mann dabei, eine Lehre zum Kfz-Mechatroniker zu absolvieren.

“So etwas macht Mut, sich weiter für Menschen aus anderen Ländern einzusetzen, die hier eine neue Heimat suchen”, sagt Ulrike Bues, die das Ehrenamt der stellvertretenden Bürgervorsteherin innehat. Die pensionierte Lehrerin hat sich schon immer sozial engagiert. Erst arbeitete sie politisch in der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft sowie bei den Grünen und Unabhängigen und bei Amnesty International mit.

Dann im Dezember 2014 als die Not am größten war, weil viele Flüchtlinge gleichzeitig kamen, ergriff die 64-jährige Ratsfrau gemeinsam mit ihrem Mann Roman die Initiative. “Wir haben einfach an einer Wohnungstür einer städtischen Unterkunft angeklopft und versucht, zu den Flüchtlingen Kontakt aufzunehmen – erst mit Händen und Füßen und dann später auch mit einer elektronischen Übersetzungshilfe meines Mannes”, erläuterte sie. Was mit einer einfachen Geste herzlicher Gastfreundschaft begann, wurde zu intensivem Engagement, für das sie gern Zeit opfert. Sie geht mit Flüchtlingen unter anderem zu den Ämtern, organisiert Kleidung und Möbel und gibt ihnen Deutschunterricht. Sie sammelt Spenden und wirbt bei Mitbürgern um Unterstützung, denn Hilfe wird überall gebraucht. Viele Flüchtlinge sind dankbar für die Unterstützung und es entwickelten sich Freundschaften. “Omar zum Beispiel kam aus Syrien, er packt heute selbst mit an und unterstützt uns. Er arbeitet in der Fahrradwerkstatt meines Mannes ehrenamtlich mit und hilft so manchen Flüchtlingen”, stellt Ulrike Bues fest.

Gefragt nach ihrer Motivation erklärt sie: “Ich wünsche mir eine vielfältige, bunte und menschliche Gesellschaft und eine Willkommenskultur in Pinneberg”. Das ist auch Antrieb, möglichst keine Einbürgerungszeremonie zu verpassen. Mittlerweile 14 Mal seit dem Sommer 2013 war sie für die Stadt Pinneberg dabei – das zeigt: Integrationsbemühungen dürfen kein Strohfeuer sein. Erfolg braucht Stetigkeit.

Informationen zur Flüchtlingsarbeit gibt es bei Frau Katharina Kegel Flüchtlingskoordination Tel.: 04101 211 – 422.
E-Mail: kegel@stadtverwaltung.pinneberg.de


Spendenkonto: Empfänger ist der Förderverein Lokale Agenda 21 Pinneberg
IBAN: DE20 2305 1030 0015 0792 54
BIC: NOLADE21SHO
Verwendungszweck: Spende Willkommenskultur für Flüchtlinge in Pinneberg