Orke Schwänke, Chef im ausgezeichneten Club Nord, einem offenen Jugendtreff in Pinneberg Nord, stößt gern Aktionen an

Pinneberg. Passen Schule und offene Jugendarbeit zusammen? Als die Pinneberger Stadtjugendpflege 2006 den Club Nord am Schulzentrum Nord eröffnete, galt diese Verbindung noch als Experiment. Heute ist die Einrichtung, die 2008 beim Neubau direkt in der Schule untergebracht wurde, nicht mehr wegzudenken, ein Vorzeigeprojekt , das dank des agilen und aufgeschlossenen Erziehers, der den Club leitet, bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Orke Schwänke heißt der junge Mann, dem die Eltern tagtäglich bis zu 70 Kinder anvertrauen. „Ich komme aus der Pfadfinderbewegung, war oft mit Jugendgruppen unterwegs und wollte immer etwas im sozialen Bereich machen“, erzählt der 40-Jährige, der verheiratet ist und eine Tochter hat. Deshalb erlernte er den Beruf des Erziehers und machte zusätzlich noch eine Ausbildung als Betriebswirt im Sozialwesen. Viele Jahre arbeitete Orke Schwänke in einem Kindergarten. Vor drei Jahren traute er sich, in die offene Jugendarbeit zu wechseln. „Ein Glücksgriff für die Kinder und Jugendlichen und für uns“, sagt Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos).

Das Aufgabengebiet ist groß. Vor allem in der Zeit der großen Flüchtlingswelle 2015 arbeitete Orke Schwänke mit seinem kleinen Team an freiwilligen Helfern, Honorarkräften und Praktikanten hart am Rande der Leistungsgrenze. Bis zu fünf Klassen mit Schülern, die Deutsch als Fremdsprache erlernten, waren in der Schule und hatten großen Bedarf, auch nach dem Unterricht Kontakte aufzubauen. „Jetzt hat sich die Lage normalisiert. Die Integration funktioniert, auch wenn es weiterhin Sprachbarrieren gibt“, berichtet Orke Schwänke. Zurzeit laufen noch zwei Projekte für Flüchtlingskinder. Der Erzieher legt auch bei diesen Kursen viel Wert darauf, alle Kinder, egal aus welchem Elternhaus sie kommen, in die Aktionen einzubinden.

Ohnehin guckt Orke Schwänke gern über den Tellerrand hinaus, probiert Neues wie den Spieletreff für das asiatische Kartenspiel Yugioh, lässt die Kinder kochen, ihr eigenes Stehcafé entwickeln. Ideen dazu bekommt er auch dank der Fortbildungen, die er kontinuierlich besucht, und die dem Club Nord die jüngste Auszeichnung brachte: Zum vierten Mal hintereinander beteiligte sich Orke Schwänke erfolgreich an der Fortbildungsreihe der Kreisjugendpflege für die offene und kommunale Kinder- und Jugendarbeit.

Qualität in der Betreuung auch außerhalb des normalen Unterrichts ist den Eltern heute bei der Schulwahl wichtig“, sagt Stadtjugendpfleger Raimund Bohmann, zu dessen Team der Erzieher in der Außenstelle gehört. Auch er ist von der Kooperation mit der Schule voll überzeugt, die aufgrund der räumlichen Nähe so eng ist wie sonst nirgends in der Stadt. Auch die Schule scheint zufrieden mit dem Erzieher, denn der übernimmt neben der offenen Jugendarbeit und dem Angebot für den offenen Ganztag in der Schule ebenfalls die Aufgabe des Schulsozialarbeiters – ganz nach dem Motto seines Lieblingsfußballvereins FC St. Pauli: „You’ll never walk alone!“